Da hallt was nach

Seit Freitag, 30. November 2018, sind die jüngsten Sonntagsvorlesungen des Evangelischen Predigerseminars Wittenberg als Buch auf dem Markt. Ihr Titel lautet „Die Luthers medial. Nachklänge zu einem Jahrhundertjubiläum“. Es ist der 24. Band, herausgegeben hat ihn erneut der Wittenberger Mario Dittrich in seinem Drei Kastanien Verlag. Die Auflage beträgt 1000 Stück. Dittrich zufolge ist das Buch zum Preis von 8,80 Euro im Handel erhältlich.


In diesem Jahr sind die Referenten in der traditionsreichen Vortragsreihe den Bildern von Martin Luther und seiner Frau Katharina von Bora im Spiegel der neueren Literatur sowie im Spielfilm nachgegangen. Berücksichtigung fanden auch die Auseinandersetzungen um das neue Luther-Denkmal in Berlin: Unter der Überschrift „Der schillernde Luther“ befasste sich Christhard-Georg Neubert mit dem Versuch, am historischen Standort vor der St. Marienkirche ein „zeitgemäßes“ Denkmal für den Reformator zu errichten.

Eröffnet hatte Neubert, Kunstbeauftragter der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, seine Überlegungen mit der Frage, was eigentlich für die kommenden Jahre „übrig“ bleibt von allen Feierlichkeiten des Reformationsjubiläums 2017?

Neben den illustrierten Vorlesungen und Angaben zu den Referenten finden sich Gastbeiträge von Matthias Meinhardt und Hanna Kasparick. Meinhardt ist Leiter der Reformationsgeschichtlichen Forschungsbibliothek, die 2018 im Wittenberger Schloss in Betrieb gegangen ist. Kasparick, langjährige Direktorin des Predigerseminars, bietet Meditationen zu den Prinzipalstücken, die der Bildhauer Werner Mally für die neue Kapelle des Seminars geschaffen hat. Von Kasparicks Nachfolgerin, Sabine Kramer, ist die Predigt abgedruckt, welche sie anlässlich ihre Amtseinführung am 21. Januar in der Schlosskirche gehalten hat.

Kramer hat auch das Vorwort zum Buch geschrieben, dessen Cover übrigens die Eheleute Luther zieren, übrigens in Pop-Art-Manier, was besonders Verleger Dittrich freut. Als weitere Zugabe finden sich ab Seite 111 noch Abbildungen sämtlicher Seminardirektoren und -direktorinnen, die es seit 1817 in Wittenberg gab.

Die Sonntagsvorlesungen werden ab Januar fortgesetzt. Thematisch orientieren sie sich 2019 an der Jahreslosung, die dem 34. Psalm entnommen ist: „Suche Frieden und jage ihm nach.“ Das Motto schließlich lautet „dass es weder Hauens noch Stechens bedarf“ (Martin Luther). Mit Krieg und Frieden auseinandersetzen werden sich Altbischof Axel Noack, der sich zu Luthers Obrigkeitsschrift äußert, und der Hamburger Theologe und Sozialethiker Volker Stümke, dessen Vortrag „Friedensmahner - Fürstenknecht“ titelt.

Die dritte Sonntagsvorlesung hält Bibliotheksleiter Meinhardt, befassen wird er sich mit dem Umgang mit der Zerstörung Wittenbergs im Siebenjährigen Krieg. Insgesamt werden 2019 sechs Vorlesungen angeboten. Die letzte hält zum Thema „Vom gerechten Krieg zum gerechten Frieden?“ im Juni mit Renke Brahms der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Die Sonntagsvorlesungen finden in der Kapelle (Aula) des Predigerseminars im Schloss statt. Beginn ist wie immer um 11.30 Uhr.

Quelle: MZ | Corinna Nitz 7 02.12.18 | Foto: Reinhard Lausch