Einblick

Vogelperspektive auf das PredigerseminarDas Predigerseminar ist eine Ausbildungseinrichtung, die angehende Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Gemeindpädagoginnen und Gemeindepädagogen auf ihrem Weg in den kirchlichen Dienst begleitet. Auf ein akademisches Studium folgt die praktische Ausbildung in den Gemeinden. Während dieser Zeit finden im Predigerseminar begleitende Kurse statt, die der Auseinandersetzung mit den Erfahrungen der Gemeindepraxis, der Vertiefung der praktisch-theologischen Kenntnisse und der&xnbsp; Übung einzelner Handlungsvollzüge dienen.
Die Begleitung durch das Predigerseminar erstreckt sich bis in das erste Jahr des eigenverantwortlichen Dienstes in einer Kirchengemeinde hinein. Ein Aufbaukurs bringt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer&xnbsp; zu intensivem Austausch und spezieller Fortbildung zusammen.

 

Die Ausbildung wird gegenwärtig von mehreren ostdeutschen Landeskirchen gemeinsam verantwortet.&xnbsp; Dazu gehören die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, die Föderation Evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland, die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens und die Evangelische Landeskirche Anhalts. Das Seminar wird von der Union Evangelischer Kirchen in der EKD getragen.

 

Rückblick

EingangshalleWittenberg - die kleine Stadt und ihre große Geschichte haben die Arbeit des Predigerseminars geprägt. Im Jahr 1817, nur wenige Monate nachdem Wittenberg infolge der napoleonischen Kriege aus einer sächsischen zu einer preußischen Stadt geworden war, verfügte König Friedrich Wilhelm III. den Zusammenschluss der Universitäten Halle und Wittenberg. Damit wurden die Räume der alten Universität Wittenberg rund um den Lutherhof frei für&xnbsp; eine neue Bestimmung.

Zahlreiche Bemühungen, die schon im 17. und 18. Jahrhundert auf eine Verbesserung der Vorbereitung zukünftiger Pfarrer auf ihre Praxisaufgaben gezielt hatten, veranlassten den Preußenkönig zu dem Entschluss, auch in Wittenberg ein Predigerseminar einzurichten.

Kreuz an der SaalwandZunächst sollte das Wittenberger Seminar besonders geeigneten Kandidaten der Theologie für eine zweijährige Fortbildungszeit Gelegenheit zu wissenschaftlicher Vertiefung, religiöser Persönlichkeitsbildung und praktischen Übungen bieten. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der - dann einjährige - Besuch eines Predigerseminars in der preußischen Kirche fester Bestandteil der Ausbildung aller Pfarrer. Das Wittenberger Seminar blieb dabei durch den Bezug auf die Stätten und das Erbe der Reformation, sowie durch pädagogische und sozial-diakonische Traditionen und Initiativen bestimmt.

 

Überblick - Leben und Lernen

KapelleGemeinsam mit den Kursteilnehmerinnen und –teilnehmern gestalten die Dozentinnen und Dozenten am Seminar ein Lehr- und Lernangebot, das an den Erfordernissen der Kirche und den Bedürfnissen der Vikarinnen und Vikare ausgerichtet ist. Eine besondere Chance der Ausbildung liegt in ihrem Perspektivenreichtum. Erfahrungen aus verschieden geprägten Landeskirchen, aus Stadt und Land, aus Ost und West, aus&xnbsp; eher traditionell geprägten Gemeinden und aus neuen Gemeindeformen treffen aufeinander und können produktiv aufeinander bezogen werden.&xnbsp;&xnbsp;&xnbsp; Großer SaalDabei wird das Gespräch zwischen der Theologie und den Humanwissenschaften gepflegt. Auch die Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden und der Stadt Wittenberg, mit ökumenischen Initiativen, der Evangelischen Akademie, den Luther-Gedenkstätten und der Paul-Gerhardt-Stiftung als Einrichtung der Diakonie bereichern das Ausbildungsangebot.

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Im Saal des Predigerseminars finden in den Wintermonaten die Gottesdienste der Schlosskirchengemeinde statt. Dort werden außerdem für eine breite Öffentlichkeit monatlich eine "Musik im Seminar" und im Frühjahrshalbjahr ebenfalls monatlich eine "Sonntags-Vorlesung" angeboten.